7 Tage Fasten – Erfahrungsbericht

Fasten soll den Körper reinigen, vor chronischen Erkrankungen schützen und sich positiv auf die Psyche auswirken. Fasten gibt dem Körper eine Pause  vor der andauernden Nahrungsverwertung und ermöglicht Zeit zur Regeneration. Neuesten Studienergebnissen zufolge soll Fasten sogar bei der Krebstherapie hilfreich sein, weil den Krebszellen so der Treibstoff entzogen wird und sie sich nicht wie gesunde Zellen darauf einstellen können. Aber wie geht es einem während der Fastenzeit? Fühlt man sich schlapp oder wird der Körper tatsächlich gestärkt? Ich habe es für eine Woche probiert und  möchte hier von meinen Erfahrungen während der 7-tägigen Fastenkur berichten:

1 Woche Fasten

2 Vorbereitungstage zu Beginn

Zur Vorbereitung auf die Fastentage soll zunächst an den zwei vorangehenden Tagen auf Alkohol, Kaffee, Fleisch und Zigaretten verzichtet werden. So wird der Körper schon vor dem eigentlich Fastenstart entlastet. Zusätzlich bin ich auf etwas leichtere Kost umgestiegen, um schonmal die Kalorien zu reduzieren.

Die ersten beiden Fastentage

Am ersten Fastentag starten viele Fastende zunächst mit Glaubersalz, denn es soll während des Fastens den Hunger reduzieren. Schön war dieser Start eindeutig nicht, aber er hilft, sich auf die Fastenzeit einzustellen und darauf vorzubereiten, dass es eine Weile keine feste Nahrung mehr gibt.
Danach habe ich ausschließlich Wasser und Kräutertee getrunken (die ganze Woche dabei zu bleiben, habe ich nicht geschafft, dazu später mehr).
Man kann auch eine Variante wählen, bei der ausschließlich Säfte getrunken werden. Diese Variante habe ich nicht gewählt, weil sich mir der Sinn nicht richtig erschlossen hat.
Um etwas Abwechslung zu haben, habe ich abends heißes Wasser mit Ingwer-Stückchen (ohne die Stückchen) getrunken. Insgesamt ging der erste Tag gut rum, Hunger hat man nach Glaubersalz wirklich kaum. Schlafen kann man mit knurrendem Magen allerdings nicht gut.

Der zweite Fastentag war nicht so schön und rückblickend wohl der Schwierigste. Am morgen  kam direkt nach dem Aufstehen der Schwindel. Nach dem ersten Tee wurde es etwas besser. Ich habe mich viel bewegt und einen längeren Spaziergang gemacht, bekam aber immer wieder Kopfschmerzen und war ziemlich schlapp.

Der 3. und 4. Fastentag

Ab dem dritten Tag ging das Aufstehen schon deutlich besser mit nur leichtem Schwindel. Die Kopfschmerzen kamen auch nur zwischendurch leicht durch. Ich habe wieder einen längeren Spaziergang gemacht, der sehr gut getan hat. Es ging also wieder bergauf.

Diese Tendenz hat auch am vierten Tag angehalten. Der Körper gewöhnt sich langsam an das Fasten. Etwas schlapp war ich aber weiterhin und bei zu schnellem Aufstehen wurde mir tagsüber doch schwindelig. Von einer Fastenkrise, die anscheinend viele Fastende um den dritten oder vierten Tag herum bekommen, habe ich nichts gemerkt. Vielleicht hatte ich sie in milder Form am zweiten Tag. Schon am 4. Fastentag waren 3 Kilo weg, was ein schöner Nebeneffekt ist (wenn natürlich auch kein langfristiger).

Der 5. und 6. Fastentag

Am 5. Fastentag bekam ich nachts starke Nierenschmerzen und Gliederschmerzen. Das erleben wohl viele Fastende und es liegt an einer Übersäuerung durch das Fasten. Helfen sollen Zitronensaft, Brenesseltee und Gemüsebrühe. Diese Dinge habe ich also ab da meinem Plan von Tee und Wasser hinzugefügt Allerdings ist hier selbst gekochte Gemüsebrühe wichtig, denn die fertige Mischung enthält zu einem großen Teil Maltodextrin, also Zucker. Mit den neuen Lebensmitteln ging es mir tagsüber wieder gut und die Nierenschmerzen wurden besser.

Ab dem 6. Fastentag war dann rundherum alles bestens. Ich habe wunderbar geschlafen, war relativ fit und konnte den Tag gut nutzen.
Meine Hauptbeschäftigung war in dieser Abschlussphase das stundenlange Durchblättern von Kochbüchern, vor allem das Anschauen der tollen Bilder. Und ich habe einen starken Futterneid entwickelt, wenn ich anderen beim Essen zugeguckt habe, obwohl ich nach wie vor keinen starken Hunger hatte.

Der letzte Fastentag und Resumée

Am letzten Fastentag war ich in absoluter Hochstimmung. Genau das Gefühl, von dem so viele Fastende berichten. Vielleicht war es auch einfach die Vorfreude darauf, dass es am Tag danach endlich vorbei sein würde. Man kriegt trotz fehlendem Hunger Lust darauf, endlich wieder was Leckeres zu essen.

Ich habe während der Fastenwoche viele Pläne gemacht, was ich in der Zeit danach essen möchte und eifrig Rezepte rausgesucht. Und hier sehe ich den riesen Vorteil am Fasten : Fasten ändert etwas an der Einstellung zum Essen. Man hat mithilfe der Fastenzeit einen Cut gemacht und kann nochmal von vorn beginnen. Ohne die schlechten Angewohnheiten und die Alltagsroutine, durch die man manchmal kaum registriert, was genau man gerade isst.
Man bekommt ein Bewusstsein dafür, wie gut wir es hier haben, dadurch dass immer genug da ist.  Und man sieht, wie viele Möglichkeiten man theoretisch hat, sich gesund und schmackhaft zu ernähren. Hier ergibt sich die große Chance, das Ernährungsverhalten wirklich umzustellen. Das kann man theoretisch auch von heute auf morgen ohne eine Fastenzeit machen, aber der Anreiz ist nach einer Fastenzeit nochmal sehr viel größer.

Aufbautage nach dem Fasten

Wenn die Fastenzeit geschafft ist, legt man danach ein paar Aufbautage ein, um langsam wieder mit dem Essen zu starten. Diese Zeit ist besonders wichtig, damit sich der Körper wieder auf das Essen einstellen kann. Ich habe am 1. Aufbautag morgens und mittags angefangen, etwas erhitzten Apfel und etwas Joghurt zu essen. Abends gab es dann eine Kartoffel mit etwas Fisch und Gemüse. So kann man über ein paar Tage verteilt wieder verschiedene Lebensmittel einbauen und die Portionen langsam vergrößern. Es ist eine besonders schöne Phase, weil man ganz bewusst isst und die Lebensmittel besonders genießen kann. Und sie schmecken wirklich etwas besser als vorher.

Mein Fazit: Es ist spannend, Fasten einmal auszuprobieren und die Veränderungen im Körper zu beobachten. Spätestens nach ein paar Tagen fühlt man sich wohl und dadurch, dass keine Mahlzeiten statt finden, sehr frei. Die Überwindung auf Nahrung zu verzichten gehört auch dazu. Man merkt in der Zeit, dass es dem Körper guttut und eine heilende Wirkung hat. Danach isst man wieder bewusster und hat die Möglichkeit, seine Ernährung auch langfristig umzustellen. Alles in allem bietet eine Fastenzeit also viele Chancen auf positive Veränderungen.

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Ein Kommentar

  1. Schöner Bericht, auf welchen ich leider erst recht spät gestoßen bin. Das kenne ich auch, dass man während einer Fastenkur schon (Speise-)Pläne für die Zeit danach schmiedet!
    Viele Grüße!

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