Neues gewinnen in der Fastenzeit

Heute beginnt wieder die Fastenzeit. Ursprünglich waren die 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostern dazu gedacht, auf die Nahrungsaufnahme zu verzichten oder diese stark einzuschränken. Das hat nachgewiesener Maßen positive Effekte auf den Körper, nur hält man das in der Regel nicht 40 Tage durch. In der heutigen Zeit dreht es sich daher eher um das generelle Thema: Verzicht.

 

Kein Alkohol. Kein Kaffee. Keine Schokolade. Kein Fleisch. Kein social media. Kein Shopping. Kein Fernsehen.

All die schönen Dinge, die uns kurzfristig gut tun und langfristig negative Auswirkungen haben. Für uns selbst oder für die Umwelt. Ich tue mich allerdings etwas schwer mit diesem Konzept und mit dem Fokus auf dem „Verzicht“.

Das Wort „Verzicht“ ruft eine gewisse Aversion hervor. Schon während ich mir eine Liste für die Fastenzeit mache, habe ich keine Lust sie umzusetzen. Verzicht heißt, ich mache etwas nicht, was ich eigentlich machen möchte. Das habe ich schon oft versucht, aber nie durchgehalten.  Der Wille ist nicht dauerhaft stärker. Aus diesem Grund brechen auch nicht wenige Fastende zwischendurch ab, oder freuen sich aufs hemmungslose Schlemmen nach dem Ende der Fastenzeit. Und aus dem gleichen Grund gab es schon zu früheren Zeiten allerlei Tricks, um ein wenig zu Schummeln (z. B. das Fleisch einfach in Teig zu verstecken, besser bekannt als Maultaschen).

Dabei geht es beim Fasten im eigentlichen Sinne darum, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Zu hinterfragen, was uns wirklich gut tut und was wir im Alltag brauchen. Um so zu besserer Lebensqualität zu gelangen. Um mehr auf die eigenen Bedürfnisse und die der Umwelt zu achten. Die Fastenzeit ist eine schöne Möglichkeit, etwas Neues, Positives in den Alltag zu integrieren. Auch das richtet den Fokus auf das Wesentliche.

Ein alternatives Konzept für die Fastenzeit ist also: Etwas Neues hinzu gewinnen.

Jeden Tag einen frischen Salat essen. Jeden Tag einen kurzen Spaziergang zum wach werden. Jeden Tag frisches Obst. Jeden Tag 15 Minuten Yoga. Jeden Tag einen positiven Gedanken formulieren. Jeden Tag eine Kleinigkeit verschenken oder spenden.

Klingt direkt besser. Es motiviert. Vielleicht sogar so, dass man nach den 40 Tagen glatt Lust bekommt, das neue Tun zur Gewohnheit werden zu lassen. Weil es gut tut. Weil man sich nicht kasteien muss. Und weil es trotzdem so viel Gutes bewirkt.

 

 

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