Die große Volksverarsche (Hannes Jaenicke)

In seinem Buch „Die große Volksverarsche“ beschreibt Hannes Jaenicke, mit welchen Tricks die Industrie arbeitet, um Konsumenten zum Kauf ihrer Produkte zu bewegen. Auch die Medien mischen kräftig mit, denn sie profitieren von der Werbung. Im Buch werden viele wichtige Industriezweige – Bekleidungsindustrie, Autolobby, Pharmaindustrie etc. – bearbeitet. Alle gehen recht ähnlich vor: Dem Konsument wird vorgegaukelt, dass es sich um hochwertige Produkte handele, die der Konsument dringend brauche und die auch umweltfreundlich und fair produziert seien. Alle haben dabei das gleiche Ziel: Gewinn um jeden Preis.
In den einzelnen Kapiteln wird nun beschrieben, wie wirklich produziert und gearbeitet wird und wie der Verbraucher sich nur allzu gern an der Nase herumführen lässt. Das Buch dient hierbei als „Konsumenten-Navi“ und gibt Tips für den besseren Einkauf.

Das Buch ist sehr hilfreich. Trotz dass ich mich für einen sehr aufgeklärten Verbraucher halte, habe ich noch Neues gelernt. Es werden viele Hintergründe beschrieben, über die man sonst in den Medien viel zu wenig erfährt. Teilweise war es mir schon fast etwas zu detailreich, sodass das Lesen stellenweise etwas anstrengend wird, wenn man alles nachvollziehen möchte. Dennoch kann man aus dem Buch sehr viel mitnehmen und hoffentlich zu einem kritischeren Verbraucher werden, der auch mal hinterfragt, wofür er sein Geld ausgibt. Deswegen halte ich das Buch für wichtig und lesenswert.

Hannes Jaenicke weist in seinem Buch darauf hin, dass er sich zwar stets Mühe gibt, selbst aber auch kein Vorzeigekonsument ist, der immer vorbildlich konsumiert. Das finde ich sehr sympathisch und ehrlich, denn ein „noch besser“ ist immer möglich, aber manchmal auch mit Aufwand verbunden und der innere Schweinehund kommt auch noch dazu. In bestimmten Lebensbereichen neigt man dann doch zu Kompromissen, die für die Natur keine sind. Dazu kommt, dass selbst informierte Konsumenten naturgemäß Wissenslücken haben.

Ich freue mich nun auf Hannes Jaenickes zweites Buch „Wut allein reicht nicht. Wie wir die Erde vor uns schützen können“.

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